Immer wenn ich daran denke, wieder einmal einen neuen Blogeintrag zu schreiben, denke ich daran, daß es ein paar praktische Tipps gibt, von denen man denkt, daß jede Frau sie schon kennt, aber weil ich selbst erst nach vielen, vielen Jahren zufällig von Tipp Nr. 3 erfuhr, denke ich, daß es Sinn macht, diese ganz praktischen Themen auch mal anzusprechen.

1.- Kegelübungen – Stärkung der Beckenbodenmuskulatur

Was sind Kegelübungen?
Kegelübungen trainieren die Muskeln des Beckenbodens. Diese Muskeln unterstützen Blase, Gebärmutter und Darm und spielen auch beim sexuellen Empfinden eine wichtige Rolle.

So erkennt man die richtigen Muskeln:
Wenn du beim Wasserlassen kurz versuchst, den Urinfluss zu stoppen, benutzt du genau diese Muskeln. (Das sollte aber nur zum Testen gemacht werden, nicht als regelmäßige Übung.)

So funktioniert die Übung:
Die Beckenbodenmuskeln anspannen.
Spannung etwa 5 Sekunden halten.
Dann 5 Sekunden entspannen.
10–15 Wiederholungen machen.

Das kann man mehrmals täglich tun – im Sitzen, Stehen oder Liegen (und keiner kriegt davon was mit.)

Und wofür soll das gut sein?

  • Du bekommst eine stärkere Kontrolle über Deine Blase. (Ein schwacher Beckenboden macht sich oft durch ungewollten Urinverlust beim Husten, Niesen, beim Sport oder wenn du herzhaft lachst bemerkbar).
  • Durch die Stärkung des Beckenbodens bekommst du eine bessere Durchblutung im Intimbereich, was zur Folge hat, daß du ein intensiveres Empfinden beim Sex hast. Viele Frauen berichten auch, daß ein trainierter Beckenboden das Lustempfinden steigert.
  • Nach einer Geburt erholt man sich schneller, wenn man diese Übung regelmäßig macht.

2.- Gleitmittel oder spezielle Öle können Schmerzen reduzieren

Manche Frauen erleben beim Geschlechtsverkehr Trockenheit oder Reibung und das ist kein angenehmes Gefühl. Warum es beim Intimsein zu Schmerzen kommen kann, habe ich in einem eigenen Blogeintrag beschrieben. Den kannst du hier lesen ("Wenn Sex weh tut"). Aber ich kann dir ein paar der häufigsten Gründe hier noch einmal erwähnen:

-Hormonelle Veränderungen
-Stress oder Müdigkeit
-Keine “Aufwärmphase” vor dem Geschlechtsverkehr
-Nach der Geburt in der Stillzeit
-Oder in den Wechseljahren – was natürlich auch mit hormonellen Veränderungen zu tun hat.

Also, was kann man da machen?
In der Apotheke kann man sich ein spezielles Gleitmittel (auch Gleitgel genannt) kaufen. Wenn dir das aber eher peinlich ist, in der Apotheke nach solchen Produkten zu fragen, dann gibt es für dich auch noch Alternativen.

(Was man vielleicht noch zu den Gleitmitteln erwähnen sollte:
Sie sind chemisch hergestellt und oft noch parfümiert. Da muss man verschiedene ausprobieren, bis man das richtige Gel für die eigene Haut gefunden hat.)

Hier noch ein paar Alternativen zu den Gleitmitteln aus der Apotheke:

  • Kokosöl – Kann sehr gut als natürliches Gleitmittel verwendet werden. Nur sollte man berücksichtigen, dass es – da es ölhaltig ist – mit Kondomen inkompatibel ist.
  • Aloe Vera – Das reine Aloe Gel ist eine der natürlichsten Formen eines Gleitmittels. Dabei hat es sogar noch gesundheitliche Vorteile: Durch die feuchtigkeitsbindenden und wundheilenden Eigenschaften der Pflanze wird die Vaginalschleimhaut geschützt. Die Aloe wirkt außerdem juckreizlindernd und leicht antimykotisch und ist daher hervorragend für Frauen geeignet, die für Scheidenpilz anfällig sind.

3.- Nach dem Geschlechtsverkehr möglichst bald urinieren

Ein einfacher, aber sehr wichtiger Tipp!

Warum ist das so wichtig?
Während des Geschlechtsverkehrs können Bakterien aus dem äußeren Genitalbereich oder vom Darm in Richtung Harnröhre gelangen. Die weibliche Harnröhre ist relativ kurz, deshalb können Bakterien leichter in die Blase aufsteigen.

Wenn man kurz danach pinkeln geht, passiert Folgendes:
Der Urin spült die Harnröhre durch und die Bakterien haben keine Gelegenheit, in die Blase aufzusteigen. Damit kann man das Risiko einer Blasenentzündung verringern.

4.- Feuchttücher im Schlafzimmer bereithalten

Viele Paare finden es praktisch, Feuchttücher, weiche Tücher oder Klopapier im Schlafzimmer griffbereit zu haben. Damit hat man dann nach dem Geschlechtsverkehr gleich etwas verfügbar, um sich zu reinigen und sich wohler zu fühlen beim Kuscheln danach.

Viele Paare duschen sich nach ihrem intimen Beisammensein, aber mein Vorschlag wäre, vor dem Geschlechtsverkehr zu duschen, damit man sich auch wirklich genießen kann. Aber an Orten, wo es keine Wasserknappheit gibt, kann man sich ja auch vor und nach dem Sex duschen. ☺

5.- Wasche deinen Intimbereich nicht mit Seife beim Duschen

Wir unterscheiden im Intimbereich der Frau zwischen der Vulva und der Scheide (Vagina).

Die Vulva ist der äußere, sichtbare Teil deines Intimbereichs. Diese solltest du regelmäßig und sanft mit Wasser und einem milden Intimprodukt reinigen, um den natürlichen pH-Wert zu erhalten.

Die Scheide (Vagina) dagegen hat ein erstaunlich gut funktionierendes, selbstreinigendes System. Deshalb braucht sie keine Reinigung mit Seife oder irgendeinem anderen Produkt, da es das natürliche Gleichgewicht stören und Pilzkrankheiten begünstigen kann.

Ganz wichtig: Diese Körperteile sind nicht „schmutzig“, sondern sie sind Teil von dir, so wie jedes andere Glied deines Körpers und du darfst sie ohne Scham annehmen und wertschätzen.

Wenn du noch weitere Fragen hast oder dir noch andere praktische Tipps für Frauen einfallen, die dir persönlich sehr geholfen haben, dann schreib sie unten in den Kommentaren. Ich würde mich freuen.