Eigentlich wollte ich heute über ein ganz anderes Thema schreiben. Doch als ich darüber nachdachte, wie ich meine Gedanken „zu Papier“ bringe, kamen mir Erinnerungen an meine Vergangenheit.
Ich dachte zurück an die Zeiten, in denen ich das Thema „Sex“ am liebsten ganz vermieden hätte. Wenn mein Mann schon außerhalb des Schlafzimmers darüber zu sprechen begann, verspürte ich ein Unbehagen in der Magengegend und wünschte mir nur, das Gespräch schnell beenden zu können.
Vielleicht kennst du das auch. Manchmal hoffen wir, dass Dinge einfacher werden, wenn wir sie verschweigen.
So wie ich damals dachte: „Solange ich dieses Thema nicht anspreche, wird es nicht schlimmer. Solange er sich damit zufriedengibt, daß ich 2- bis 3-mal im Monat mit ihm schlafe halte ich das aus. Warum sollte dem Ganzen überhaupt so viel Bedeutung beigemessen werden? Man kann doch auch gut ohne leben.“ Ich war überzeugt davon, das es ok war, so zu denken.
„Es ist ja nur Sex, oder?“
Wir meinen oft, eine enge Beziehung zu Jesus haben zu können, aktiv in der Gemeinde mitzuwirken und nach außen eine gute Ehe zu zeigen würde genügen. – Die Intimität in der Ehe bleibt dabei oft auf der Strecke, weil man einfach zu viel beschäftigt ist und abends vor dem Schlafen gehen ist “frau” oft einfach schon zu müde.
„Es ist ja nur Sex, oder? Warum sollte ich diesem Bereich mehr Aufmerksamkeit schenken? Unsere Ehe funktioniert doch auch ohne oder mit wenig Sexualität ganz gut.“
Doch darf ich dir eine Frage stellen? Denkt dein Ehepartner auch so?
Das kann umgekehrt genau so wahr sein. Auch den Mann möchte ich ansprechen, der diese Zeilen liest und vielleicht denkt, er brauche keine innige Intimität mit seiner Frau. (Vielleicht hast du dir längst Ersatz gesucht, etwa mit Pornografie und dir ist der Hunger nach Nähe deines Partners nur noch lästig.)
Nähe ist mehr als körperliche Hingabe
Wenn es dir wichtig ist, dass dein Mann dir zuhört und sich für dich interessiert, warum sollte es dann nicht ebenso wichtig sein, auch auf seine Bedürfnisse einzugehen?
Du wünschst dir, dass er sich Zeit für dich außerhalb des Schlafzimmers nimmt, aber bist du auch bereit, ihm im Bett Nähe zu schenken?
Dein Partner wünscht sich mehr, als nur deinen Körper zu fühlen. Er möchte dein Herz fühlen; erleben wie ihr eins werdet beim Sex.
Ich weiß, wie es sich anfühlt
Ich kenne diese Gefühlskälte sehr gut. Viele Jahre habe ich genauso empfunden. Ich konnte nicht verstehen, warum mein Mann mir immer wieder sagte, wie wichtig es für ihn sei, dass auch ich die intime Nähe mit ihm genieße.
Er sprach von wahrer Intimität, und in mir kam nur der Schrei hoch:
„Ich kann nicht! Ich will nicht!“
Ich wusste nicht, wie ich ihm meine Empfindungen erklären könnte. Doch er gab nicht auf.
Hoffnung und Veränderung sind möglich
Wenn Jesus dein Herr ist, dann gibt es Hoffnung für dich. Aber du darfst das Thema Intimität mit deinem Ehepartner nicht länger auf die Seite schieben oder es als nebensächlich betrachten.
Deine Sexualität in der Ehe ist Gott nicht weniger wichtig als deine geistlichen Aktivitäten – sicherlich wichtiger, als wir es wahrhaben wollen.
Dein Mann liebt dich, und er sehnt sich nach dir, nach deiner Zuwendung und deinem Verlangen nach ihm.
Bitte den Herrn, dir neue Erkenntnis zu schenken und dir Schritte zu zeigen, die dich in die richtige Richtung führen. Gott hat nicht nur deinem Mann, sondern auch dir ein sexuelles Verlangen gegeben. Vielleicht ist es wie unter einer harten Schale verborgen, aber es ist da.
Deine Freiheit entdecken
Du kannst erleben, wie diese Schale aufbricht. Du wirst Freiheit entdecken – deine eigene, sexuelle Freiheit.
Und dann wirst du nach einem erfüllten Miteinander im Bett gemeinsam mit deinem Mann Jesus danken – für die Nähe, für die Liebe, für eure Intimität. :-)
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