Ich habe den Herrn gefragt, worüber ich als Nächstes schreiben sollte, und ich hatte den Eindruck, dass es Gott nicht nur um eine schöne Sexualität in der Ehe geht, sondern dass ER sich vor allem eine persönliche Beziehung zu dir wünscht.

Wenn Eheprobleme keinen Ausweg mehr zeigen

Wenn wir in der Ehe mit Problemen kämpfen und vieles nicht so läuft, wie wir denken, dass es laufen sollte, dann fällt es schwer zu glauben, dass Gebet überhaupt einen Unterschied machen könnte. Wir sind frustriert, und es scheint, als gäbe es keinen Ausweg.

Oder wenn es Konflikte gibt, die sich regelmäßig wiederholen. Ein Thema, bei dem wir beide einfach nicht übereinstimmen können. Oh, wie frustrierend das ist! Da bin ich der Meinung, dass ich Recht habe, aber mein Mann sieht es einfach nicht so. Auch er denkt, dass er weiß, was in dieser Situation richtig ist. Aber ich als Frau habe innerlich keinen Frieden über die Entscheidung, die mein Mann treffen will und ich kann aber nicht erklären, warum ich so fühle. Also bin ich einfach dagegen – doch das macht die Situation nur noch konfliktreicher.

Oder wenn uns das Kommunizieren schwerfällt und wir uns ständig missverstehen (das passiert besonders dann, wenn der Mann sich nicht geliebt fühlt, weil ich mich ihm im Intimleben entziehe oder nur mit ihm schlafe, damit wir Frieden haben). Sexualität macht im Eheleben vielleicht nur 10% aus, aber wenn diese 10% nicht funktionieren, breitet sich das Problem auf alle anderen Bereiche der Ehe aus.

Wenn der Alltag keinen Raum für „Stille Zeit“ lässt

Oder du bist den ganzen Tag mit kleinen Kindern beschäftigt, und an „Stille Zeit“ ist überhaupt nicht zu denken. Du musst funktionieren – von morgens bis abends. Wo soll da noch Zeit für Gott sein?

Ich habe mich als Mutter kleiner Kinder oft schuldig gefühlt, weil ich nicht zur Ruhe kam und die Stille Zeit ständig auf der Strecke blieb.

Mittlerweile weiß ich, dass unser Vater im Himmel nicht so gesetzlich denkt wie wir. Er führt keine Strichliste darüber, ob wir jeden Morgen aufgestanden sind und als Erstes unsere Stille Zeit gemacht haben. Gott geht es vielmehr um die richtige Herzenshaltung. Bist du mit deinem Blick auf deine Probleme gerichtet oder schaust du nach oben, von wo dir Hilfe kommen kann?

Bring Jesus deine scheinbar unlösbaren Probleme

Ich möchte dich heute ermutigen, deine Probleme vor unseren Herrn zu bringen: den Streit, das Problem, bei dem ihr einfach keinen Kompromiss findet, die Frustration mit den ständig streitenden Kindern, meine Abneigung gegenüber der Sexualität. Kannst du Jesus mit offenen Händen deine scheinbar unlösbaren Probleme bringen?

In Epheser 3,20 heißt es:

„Dem aber, der weit über alles hinaus zu tun vermag, was wir erbitten oder erdenken, gemäß der Kraft, die in uns wirkt …“

Dankbarkeit in hoffnungslosen Situationen

Was ich in den letzten fünf Jahren lernen durfte und heute an euch weitergeben möchte: Wenn eine Situation aussichtslos oder frustrierend ist, finden wir keinen Grund mehr zum Danken. Aber gerade das Danken schenkt uns wieder eine neue Perspektive.

Mein Mann war schon immer jemand, der selbst in den schwierigsten Situationen einen Grund fand, Gott zu danken. Das hat mich manchmal richtig genervt. Die Situation war so hoffnungslos – und mein Mann dankte Gott für seine Güte!

Doch in unserer tiefsten Not im Jahr 2021, als alles danach aussah, als würde das Geschäft, das wir aufzubauen versuchten, bankrottgehen, sprach Gott an drei aufeinanderfolgenden Tagen durch Thessalonicher 5,16–18 zu mir:

„Freut euch allezeit! Betet ohne Unterlass! Seid in allem dankbar! Denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.“

Ich war damals so bitter geworden, dass ich Gott nicht danken konnte – selbst nach diesem klaren Aufruf nicht. Ich hatte den Eindruck, dass Gott all das zugelassen hatte, und dann sollte ich auch noch danken? Das wollte ich nicht.

Ja, ich dankte dafür, dass wir „nur“ finanziell bankrott gingen und gesund waren. Hiob wurde zusätzlich noch mit Krankheit geschlagen und verlor seine Kinder. Da gab es durchaus Grund zum Danken. Trotzdem war ich frustriert und bitter in meinem Herzen. Nach außen wusste niemand von meinem Kampf – außer mein Mann natürlich.

Dann kamen wir zurück nach Paraguay. Mein Mann dankte Gott, obwohl auch er die Situation nicht verstand. Und jedes Mal ärgerte ich mich darüber, dass er trotz allem Gott dankte.

Die Herzenshaltung macht den Unterschied

Verstehst du jetzt, was ich mit Haltung meine? Man kann durch eine schwere Situation gehen und trotzdem in Demut vor Gott kommen und auf SEINE Hilfe vertrauen.

Oder man kann – so wie ich damals – mit einem trotzigen, rebellischen Herzen Gott anklagen und ihm dadurch auch kein echtes Vertrauen entgegenbringen.

Wem wird Gott eher helfen? Dem Demütigen, der zwar ebenfalls leidet, sich aber unter Gottes Führung stellt? Oder der Person, die auf ihr Recht pocht, alles verstehen zu müssen?

Als Gott mein Herz konfrontierte

Es dauerte sehr lange, bis ich diese Lektion gelernt hatte. Erst als Gott durch Hebräer 3,15 zu mir sprach:

„Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht …“

In den folgenden Versen erinnert der Autor des Hebräerbriefes daran, was mit den Israeliten geschah, als sie Gottes Reden nicht glaubten. Sie mussten vierzig Jahre in der Wüste umherwandern und durften das verheißene Land nicht betreten.

Als Gott mich mit diesen Versen konfrontierte, war ich endlich so weit, auf die Knie zu gehen und um Vergebung zu bitten. Ich bat um Vergebung für meine Rebellion IHM gegenüber, weil ich dachte, Gott schulde mir eine Erklärung. Ich bat um Vergebung für meine Undankbarkeit.

Vertrauen statt Kontrolle

Ich erzähle diese Geschichte aus meinem Leben in der Hoffnung, dass ich dir helfen kann, eine andere Perspektive auf deine Situation zu bekommen.

Jesus ist nicht in erster Linie daran interessiert, dass du jeden Tag deine Bibel liest, sondern daran, dass Dein Herz sich nach IHM ausstreckt und dass du das anwendest, was du liest – egal wann und wie oft. ER hat gute Pläne für dein Leben. Vertraue IHM das an, was dir im Moment schwer oder sogar unmöglich erscheint, und warte mit einem dankbaren und demütigen Herzen auf seine Antwort. So wie eine Tochter, die nur Gutes von ihrem Vater erwartet, weil sie IHN kennt.

Dankbarkeit drückt Vertrauen aus. Und ändert deine Perspektive. Er hat dir sicher schon in der Vergangenheit geholfen, und er wird es auch in Zukunft tun. Er kann es jetzt wieder tun.

Gebet

„Herr, danke, daß DU mich siehst und mich kennst. Du weißt, was mich bewegt in meinem innersten Herzen. Ich öffne jetzt meine Hände und gebe DIR mein Problem. Hier – nimm es. Ich gebe DIR die Kontrolle und sag Dir, daß ich Dir vertrauen will. DU hast mir in der Vergangenheit geholfen. Danke, daß DU das in dieser Situation auch tun wirst. Vergib mir bitte meinen Unglauben. Danke, daß DU mir gerne vergibst und mir immer wieder eine neue Chance gibst, DIR zu vertrauen.” Mit Deiner Hilfe Herr, will ich lieben, wenn ich micht ungeliebt fühle. Ich will annehmen, wenn ich mich abgelehnt fühle. Ich will verständnisvoll sein, wenn ich mich unverstanden fühle. Du hast mich geliebt, als ich noch in Rebellion gegen Dich lebte.

Psalm 50:23
“Wer mir seinen Dank zeigt, der bringt mir ein Opfer dar, das mich ehrt.
So ebnet er den Weg, auf dem ich ihm Gottes Rettung zeige.”