Vor kurzem tauschten wir uns mit Freunden aus und da kam das Thema “Unterordnung” auf. Unsere Bekannte sagte:
“Nachdem wir geheiratet hatten, wollten wir eine Ehe führen, wie es Gott gefällt. Da kommt man nicht an dem Thema Unterordnung vorbei. Es hat mir wahnsinnig schwer gefallen, mich meinen Mann zu unterordnen. Ich brauchte 13 Jahre, bis ich auch im letzten Bereich unserer Ehe mich unterordnen konnte – nämlich im Bett.”

Bevor hier jetzt jemand diese Frau verurteilt, dafür, daß sie ihrem Mann “zum Gefallen lebt”, lasst uns doch einmal schauen, wie die Bibel das Wort Unterordnung versteht und welche große Verantwortung damit auf den Mann fällt.

Ein weit verbreitetes Missverständnis von Unterordnung

Unterordnung ist ein Thema, das weithin missverstanden wird. Die weit verbreitete Auffassung von Unterordnung ist oft die, dass Männer Bedürfnisse haben und Frauen diese einfach ohne Klage zu erfüllen haben unabhängig davon, wie sie sich dabei fühlen.

Ich kann mich noch daran erinnern, in den Jahren wo ich so gar nichts mit Sex anfangen konnte, wie ich nach einen Gottesdienst auf die Frau des Pastors zuging und sie um ein Gespräch bat. Ich dachte, weil sie die Frau vom Gemeindeleiter war, würde sie mit diesem Thema bestimmt keine Probleme haben. :-) Weit gefehlt. Ich erzählte ihr von meinen Problemen und sie sagte, daß wir als Frauen uns unterordnen müssen und unserem Mann das geben, was er braucht. Auch sie hatte noch nicht verstanden, daß sie in ihrer Ehe genau so auf ihre Kosten im Bett kommen könnte wie er.

Außerdem erinnere ich mich an ein Gespräch mit einem Bibelschullehrer und Missionar, dem ich fragte, ob er dachte, ich könnte die richtige Ehefrau sein für einen Mann, der vorhatte, in die Mission zu gehen. Ich fühlte mich so gar nicht würdig, geschweige denn fähig für so eine große Aufgabe. In diesem Gespräch erwähnte er unter anderem:
“Es macht keinen Unterschied, ob du Ehefrau in einem normalen Ambiente bist oder Ehefrau in einem fremden Land als Missionarsfrau. Ehefrau sein heißt, sich dem Mann zu unterordnen. Auch im Bett.”

Ich habe später oft über dieses Gespräch nachgedacht und bin so dankbar, daß ich einen Mann habe, der von mir nicht schweigsamen Gehorsam verlangt. Ihn interessieren meine Gefühle und er liebt mich zu sehr, als daß er mich in die Unterordnung zwingen würde.

Wenn Unterordnung Angst macht

Eine Art von Unterordnung, die „einfach nicht Nein sagt“, ist beängstigend – besonders wenn man bedenkt, dass es Männer gibt, die ihre Position als Leiter des Hauses missbrauchen. Einige können sogar körperlich oder emotional gewalttätig sind. Leider verstehen Frauen oft, dass biblische Unterordnung bedeutet, dass sie ihre Ehemänner niemals zurückweisen dürfen – egal, wie sie behandelt werden.

Was sagt die Bibel wirklich zur Unterordnung?

Die Verse, die wir kennen

Ja, die Bibel sagt, dass wir Frauen uns unterordnen sollen. An dieser Tatsache kommen wir nicht vorbei. Und dabei ist viel Weisheit Gottes in dieser Tatsache.

„Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter, so ist es für Frauen angemessen, die sich zum Herrn bekennen.“ (Kolosser 3,18 – Neue Genfer Übersetzung)
„Nicht die Frau verfügt über ihren Körper, sondern der Mann, …“ (1. Korinther 7,4 - NGÜ)
„… und die Frau soll ihrem Mann mit Ehrerbietung begegnen.“ (Epheser 5,33 - NGÜ)

Die Verse, die oft vergessen werden

Doch auch wenn unsere Diskussionen oft hier enden, endet Gottes Gedanke nicht an dieser Stelle. Er zeigt uns auch, wie die andere Seite der Unterordnung aussieht.

„Ihr Männer, liebt eure Frauen und geht nicht rücksichtslos mit ihnen um.“ (Kolosser 3,19 - NGÜ)
“Doch die Aussage betrifft auch jeden von euch ganz persönlich: Jeder soll seine Frau so lieben, wie er sich selbst liebt,....“ (Epheser 5,33 - NGÜ)
„…und ebenso verfügt nicht der Mann über seinen Körper, sondern die Frau.“ (1. Korinther 7,4 - NGÜ)

Gottes Design für Ehe und Sexualität

Gott wollte niemals, dass Ehe – oder das Ehebett – vom Mann dominiert wird. Im Gegenteil: Ehe und Sexualität sollen vielmehr ein Ort sein, an dem der Mann das größte Opfer bringt und die Bedürfnisse seiner Frau über seine eigenen stellt.

„Ihr Männer, liebt eure Frauen! Liebt so, wie Christus die Gemeinde geliebt hat: Er hat sein Leben für sie hingegeben, ... Genauso sind nun auch die Männer verpflichtet, ihre Frauen zu lieben und ihnen Gutes zu tun, so wie sie ihrem eigenen Körper Gutes tut. Ein Mann, der sein Frau liebt und ihr Gutes tut, tut sich damit selbst was Gutes.“ (Epheser 5,25.28–29 - NGÜ)

Das ist, so denke ich, ein Grund dafür, warum Frauen im Schlafzimmer oft länger brauchen, um Befriedigung zu erleben. Männer müssen lernen, langsamer zu werden, selbstlos zu sein und das Bedürfnis ihrer Frau nach Erfüllung an erste Stelle zu setzen und ihr eigenes an zweite.

Die Ehefrau muss sich nicht schämen, wenn sie länger braucht oder mehr Einsatz von ihrem Mann erfordert. Manche Frauen fühlen sich schuldig, wenn sie mehr Zeit brauchen. Dafür musst du dich nicht schuldig fühlen! Gott hat Sexualität so geschaffen. Und ein gottesfürchtiger Mann wird das verstehen und nicht nur deine Bedürfnisse erfüllen wollen, sondern sich sogar darüber freuen, dass sie erfüllt werden.

Unterordnung ist gegenseitig

Unterordnung ist in Wahrheit gegenseitig.

„Ordnet euch einander unter; tut es auch Ehrfurcht vor Christus.“ (Epheser 5,21 - NGÜ)
„Der Mann darf seiner Frau nicht verweigern, und genauso wenig darf sich die Frau ihrem Mann verweigern.“ (1. Korinther 7,3 - NGÜ)

Was bedeutet das konkret im Schlafzimmer?

Was bedeutet das also?
Wie sieht Unterordnung dann also im Schlafzimmer aus?

Wie ich bereits sagte, denken manche, das bedeute, dass die Aufgabe der Frau darin bestehe, einfach dazuliegen, bis der Mann fertig ist. Aber Unterordnung bedeutet nicht, eine Fußmatte zu sein. Vielmehr muss die Frau ihrem Mann helfen zu lernen, wie es für sie genauso angenehm werden kann wie für ihn.

Vielleicht hast du einen Mann, dem das egal ist, wie du dich fühlst – das tut mir unendlich leid!!! Die meisten Männer jedoch die Gott lieben und ihre Frauen lieben, kümmern sich tatsächlich darum, wie ihre Frauen sich fühlen. Die meisten Ehemänner wollen, dass sich ihre Frauen gut fühlen, und empfinden Freude daran, ihren Frauen Freude zu bereiten. In einer gesunden Ehe solltest du nicht die einzige Person sein, die daran arbeitet, die Bedürfnisse des anderen zu erfüllen.

Zwei wichtige Gedanken zur Sexualität

Ich möchte, dass du dir zwei Dinge in Bezug auf deine Sexualität merkst:

Erstens: Unterordnung ist gegenseitig. Wenn einer von euch etwas braucht, ist der andere aufgerufen, es zu geben. Für die Frau wird das dann schwierig, wenn sie keine Intimität möchte – was dann? Das kann natürlich viele Gründe haben.

Zweitens: Intimität ist eine Kunst. Ja, wirklich! Intimität braucht Zeit und muss wachsen. Manchmal wird sogar das Verlangen nach der sexuellen Beziehung erst erlernt. Mit der Zeit wird es besser, wenn ihr lernt, einander zu gefallen. Dazu ist natürlich auch eine offene Kommunikation sehr wichtig.

Weil Intimität erlernt wird, gibt es dazu auch viel zu sagen. Wenn du durch meinen Blog stöberst, wirst du sehen, daß ich dazu auch schon Artikel geschrieben haben.

Wie Unterordnung praktisch aussieht

Unterordnung sieht so aus: Zwei Menschen arbeiten daran, die Bedürfnisse des anderen über die eigenen zu stellen, während sie ihre Bedürfnisse mitteilen, um gemeinsam in tieferer Intimität zu wachsen.

Ein gottesfürchtiger Mann wird wollen, dass du dich gut, erfüllt, sicher und geborgen fühlst.
Gottesfürchtige Männer und Frauen wachsen darin, immer weniger egoistisch zu sein. Wenn zwei selbstlose Menschen zusammenkommen, entsteht eine schöne Beziehung, in der Bedürfnisse erfüllt werden, wo die Angst immer weniger wird, und die Liebe immer mehr.

Für diese Liebe brauchen wir zu allererst eine intime Beziehung mit Jesus. Nur ER kann uns helfen, unseren Ehepartner auf diese Art zu lieben. Dazu heißt es auch, immer wieder bereit zu sein, unseren Partner zu vergeben.

Kommunikation und gemeinsame Absprachen

Denk daran: Unterordnung ist gegenseitig. So wie du auf eine bestimmte Weise behandelt werden möchtest, möchte er das auch. Setzt euch zusammen und sprecht über eure Erwartungen und Wünsche im Bereich der Intimität. Findet dann eine Übereinkunft, die für euch beide so gut wie möglich passt, und haltet euch daran. Dabei kann z.B. auch ein Plan erstellt werden, wie oft Ihr miteinander in einer Woche zusammen schlafen wollt. Für den Partner, der die Intimität mehr braucht (das muss nicht immer der Mann sein – in manchen Ehen ist es die Frau, die öfter die Intimität im Bett sucht), hilft es, zu wissen, daß da bestimmte Tage sind, wo abends (oder morgens, oder dazwischen) dafür Zeit freigehalten wird. Dann können sich beide in freudiger Erwartung darauf vorbereiten.

Zeit brauchen ist erlaubt

Wenn du deinem Mann zu verstehen geben kannst, dass es gut und richtig ist, dass du Zeit brauchst, bis du Lust empfindest und zu einem Höhepunkt im Bett kommst (20–30 Minuten Zeit zum “aufwärmen”). Wenn er darauf eingeht, dann wird es euch helfen, eine tiefere Bindung der Intimität miteinander aufzubauen. Das ist kein Egoismus, und du musst dich nicht schuldig fühlen. Unterordnung ist keine Einbahnstraße, und für Intimität braucht es zwei die sich öffnen.

Was ist das Gegenteil von Unterordnung?

Die letzten Tage musste ich über die vielen Ehen nachdenken, die wir persönlich kennen, in denen der Ehemann sein bestes gibt, um seine Frau zu lieben und sie glücklich zu machen. Aber die Ehefrau ist nicht willig, altes Gepäck (negative Prägungen und Erlebnisse) aufzuräumen und aufzuarbeiten. Statt dessen lebt sie mit einem Schutzwall um sich herum, der sogar ihren Ehemann draussen im Kalten stehen lässt. Dieser Versuch, die Kontrolle zu behalten zerstört die Ehe von innen. Das ist Rebellion und Ungehorsam gegen Gott. Es tut mir leid, das so scharf zu verurteilen.

Wenn das jetzt dich betrifft, denkst du vielleicht bei dir selbst:
“Die weiss nicht, was ich durchgemacht habe. Die kann mich nicht verstehen”.

Darauf antworte ich Dir:
“Es gibt viele Leute in dieser Welt, die schlimmeres erlebt haben, und sie haben sich Jesus unterworfen, und ihre Herzen von ihm heilen lassen”. Es ist also letztendlich eine Frage, ob du bereit bist, in Demut zu deinem Schöpfer zu kommen, und ihm zu vertrauen. Gib Jesus doch nochmal eine Chance. ER will dir helfen.

Ich bete gerade für DICH. Gib eurer Intimität in der Ehe eine zweite Chance.