Bist Du mit dem Verständnis aufgewachsen, dass Oralsex Sünde ist? Dass er schmutzig ist? Dass gute, geistliche Frauen so etwas nicht tun? Viele haben aus ihren Kirchen oder dem christlichen Umfeld direkt oder indirekt gelernt, dass sexuelle Praktiken wie Oralsex falsch sind. Dieses hat leider nichts mit Gottes Willen zu tun, sondern vielmehr damit, dass sich im Christentum eine negative Einstellung über Sex allgemein etabliert hat.
Ich will dir heute sagen, dass es nicht nur ein wunderbarer Ausdruck der Liebe zu Deinem Ehemann ist (viele Ehemänner lieben es, Oralsex zu geben und zu empfangen), sondern auch dass laut dem Hohelied der Bibel Oralsex Teil der ehelichen Intimität sein kann.
Betrachten wir da mal die Verse aus dem Hohelied Salomos (Schlachter Übersetzung):
Hohelied 2, 3: „Wie ein Apfelbaum unter den Bäumen des Waldes, so ist mein Geliebter unter den Söhnen! In seinem Schatten sass ich gern, und seine Frucht war meinem Gaumen süss.“
Hohelied 4, 16: „Erwache, du Nordwind, und komm, du Südwind, durchwehe meinen Garten, dass sein Balsam träufle! Mein Geliebter komme in seinen Garten und esse seine herrliche Frucht!“
Die poetische Sprache des Hohelieds wird von Theologen so ausgelegt, dass die Liebenden sich gegenseitig oral befriedigen.
Ein uns bekannter Professor, der die hebräische Sprache fliessend beherrscht, meinte einmal: “Wenn man das Buch Hohelied liest, dann könnte man rot werden vor Scham.” Wie kommt es dann, dass es heutzutage “christlich” ist, über etwas so wichtiges nicht zu sprechen. Und wenn, dann nur in warnendem Ton.
Das Hochlied wurde den hebräischen Jungvermählten zu biblischen Zeiten als Sex-Ratgeber gegeben. Wenn man das Hohelied liest, fällt auf, dass Schulamit in ihrer Leidenschaft für ihren Mann nicht zurückhaltend ist. Sie hat sich ganz ihrer Liebe zu ihm hingegeben.
Wenn du mit der Vorstellung aufgewachsen bist, dass Oralsex eine Sünde oder schmutzig ist, oder wenn du sexuell missbraucht wurdest, fällt es dir vielleicht schwer, deinen Mann mit Oralsex zu verwöhnen, geschweige denn, selbst Genuss dabei zu empfinden.
Wenn du dich bis jetzt mit Oralsex nicht wohlgefühlt hast, aber dies etwas ist, was du in deine Ehe einbringen möchtest oder dein Partner es sich so gerne wünscht, dann mach ich dir Mut, dich langsam damit anzufreunden.
Du kannst ja erst einmal darüber beten. Ja, das ist geistlich genug, dass du darüber beten kannst. Bitte Jesus darum, dir seine Offenbarung zu geben, damit du deine sexuelle Beziehung zu deinem Mann und insbesondere den Oralsex so sehen kannst, wie ER es tut. Bitte Jesus darum, alles von dir zu nehmen, was dich davon abhält, dies als Teil eurer Intimität zu genießen. Schuldgefühle. Scham. Hemmungen.
Oder wenn du Verletzungen aus deiner Vergangenheit hast. Mach konkrete Schritte, diese offen zu legen und heilen zu lassen. Deine verletzten Gefühle und innerliche Wunden sind legitim und müssen ernst genommen werden. Wenn dein Ehepartner dann von deinen Verletzungen aus der Vergangenheit weiß, dann kann er auch die nötige Geduld aufbringen, bis du auch so weit bist, es mit ihm zusammen zu geniessen.
Aus eigener Erfahrung
Ich fand Oralsex am Anfang unserer Ehe schmutzig und eklig. Ich konnte es einfach nicht geniessen. Den Geruch vom Samen fand ich auf jeden Fall nicht “süss auf meinen Gaumen”, wie die Schulamit das im Hohelied sagt.
Erst als wir uns ein Buch zu dem Thema kauften, welches uns darüber aufklärte, dass saubere Geschlechtsteile kein hygienisches Problem sind. Ausserdem lernte ich, dass ich mir damit keine Krankheit hole. Erst dann konnte ich langsam einen Zugang zu dieser Spielart von Sexualität finden. Ich glaube, gerade für Frauen, die sich vorher kaum mit Sexualität beschäftigt haben, sind solche Praktiken einfach fremd und schamvoll. Aber es muss bei dir nicht so bleiben, wie auch ich mich mit der Idee anfreunden konnte, dass auch dies von Gott geschaffen war und wir es miteinder geniessen dürfen.
(Dazu will ich hier aber noch erwähnen, dass Oralsex mit verschiedenen Partnern und ohne zu wissen, ob dein Partner wirklich gesund ist, ein Gesundheitsrisiko darstellen kann.)
Wie fange ich damit an?
Fang einfach klein an. Ein kleiner Kuss auf die Eichel oder ein Lecken entlang des Schafts könnte ein guter Anfang sein. Es kann sein, dass du dich vielleicht erst einmal mental darauf vorbereiten musst, oder du machst es, ohne noch zu viel darüber nachzudenken. Fang also klein an und mach einfach soviel weiter, wie du dich innerlich wohl fühlst dabei.
Finde eine Position, die für dich bequem ist. Wenn es das erste Mal ist, dann ist es angenehm, wenn dein Mann sich zunächst auf das Bett legt und du “üben” kannst.
Später, wenn du willst, dass er schneller “kommt”, könnt Ihr es auch beim Stehen probieren. Und ich kann dir jetzt schon sagen, dass du beim Oralsex geben auch selber Lust auf Sex bekommen wirst - wenn du erst Spaß daran gefunden hast.
Oralsex ins regelmäßige Intimleben integrieren
Wenn du dich erst wohl fühlst beim Oralsex, dann lass es deinen Partner wissen, dass du diese Art von Intimität mehr in euer Liebesleben integrieren möchtest, und ich kann dir versichern, dass er (oder sie) alles tun wird, um dir entgegenzukommen.
Und erinnere dich noch einmal daran: es gibt keinen Grund, darüber Schuldgefühle zu haben. Gott hat die Geschlechtsteile nicht nur geschaffen, damit die Erde bevölkert wird, sondern in Hohelied sehen wir, dass Gott sich daran freut, wenn wir uns gegenseitig geniessen und auch diese Art von Sexualität als etwas annehmen, dass ER geschaffen hat.
Und hoffentlich lässt auch du dich nun freier von deinem Mann beim Oralsex verwöhnen. Denn nicht nur die Frau kann ihren Mann beim Oralsex ihre Liebe zum Ausdruck bringen. Auch der Mann kann das bei seiner Frau machen. Aber dazu schreibe ich ein anderes Mal noch einen eigenen Blogeintrag. :-)
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