Es ist ein Schock, wenn eine Frau herausfindet, dass ihr Mann Pornografie schaut. Ich glaube, heutzutage gibt es kaum eine Ehe, die nicht schon einmal mit diesem Problem konfrontiert war. Und wenn du denkst: „Nein, bei uns ist das noch nie vorgekommen“, dann möchte ich dir liebevoll ans Herz legen, mit deinem Mann einmal ehrlich über dieses Thema zu reden. Glaube mir, jeder Mann muss heute bewusst eine Entscheidung treffen, wie er mit dem Thema Pornografie im Internet umgehen will. Jeder, der im Internet unterwegs ist, begegnet den offenen Einladungen zum Sex am Bildschirm.
Wenn du nun mitbekommen hast, dass dein Mann ein Problem damit hat, dann ist es nur natürlich, wenn du dich verletzt, wütend oder innerlich leer fühlst. Dann kommen Fragen auf so wie: Bin ich nicht genug? Habe ich etwas falsch gemacht?
Doch bevor du dich in Schuldgefühlen, Selbstmitleid oder Bitterkeit verlierst, erinnere dich daran: Du bist nicht allein – und es gibt Hoffnung.
Was kannst du also tun?
Fang bei deinem Herzen an
Wenn so etwas ans Licht kommt, ist es ganz natürlich, mit Ärger oder Enttäuschung zu reagieren. Aber anstatt gleich zu reagieren in deinem Schmerz und dabei Beschuldigungen auszusprechen oder das Gegenteil - sich einfach schweigend zurückzuziehen, wende dich als erstes einmal an Gott. Nimm dir Zeit und bespreche das Ganze mit Gott. Mach einen Spaziergang außerhalb der Stadt, wo dich keiner hört und rede laut mit Jesus darüber. Oder vielleicht hast du ja ein Kämmerlein, wo du mit Jesus alleine sein kannst.
Jesus versteht deinen Schmerz. Du darfst ehrlich vor Ihm klagen und um Frieden bitten. Bitte Ihn, dir Kraft zu geben, um mit Weisheit zu handeln, anstatt nur zu reagieren.
Und vergiss nicht: Das, was dein Mann getan hat (oder noch tut), bestimmt nicht deinen Wert.
Verstehen, was Pornografie wirklich ist
Pornografie ist kein harmloser “Zeitvertreib” oder eine “nette Abwechslung”. Pornografie ist eine Fälschung der echten Intimität. So wie Gott sich die wunderbare Zweisamkeit zweier Menschen ausgedacht hat, so versucht Satan dieses zu zerstören mit einer Fälschung. Die Pornografie nährt sich von unrealistischen Fantasien, in denen ein Mann sich selbstbefriedigt, während er diese Bilder im Internet anschaut. Ich will es hier gar nicht ausmalen, was dort alles gezeigt wird. Es ist in der Regel auf Männer ausgerichtet und verfolgt ausschließlich das Ziel, sie durch Verführung abhängig zu machen.
Wer sich diese Handlungen regelmäßig anschaut und sich damit selbstbefriedigt, zerstört die Intimität mit dem Partner und der Mann will plötzlich Dinge im Schlafzimmer ausprobieren, die der Frau Schmerzen bereitet. Dadurch entsteht Unsicherheit, Scham und falsche Erwartungen in der sexuellen Ehebeziehung. Da geht es dann nur noch um die Selbstbefriedigung und weniger darum, mit dem Partner in Liebe Gemeinschaft zu pflegen.
Es gibt viele Gründe, warum dein Mann sich hat verleiten lassen, diesen Seiten im Internet Aufmerksamkeit zu schenken. Oft steckt dahinter nicht nur Lust, sondern auch Einsamkeit, Stress oder innere Verletzungen. Das rechtfertigt nicht das Verhalten, aber es hilft dir vielleicht, es als geistlichen Kampf zu erkennen – nicht nur als moralisches Versagen.
Verantwortung übernehmen
Es ist mir auch wichtig, die Eigenverantwortung anzusprechen. Wenn du entdeckt hast, dass dein Mann der Pornografie verfallen ist, dann frage dich ernsthaft, ob deine regelmäßige Ablehnung ihm gegenüber dazu beigetragen haben könnte? In einigen Fällen wird der Mann in die Pornografie getrieben, weil die Frau ihm sexuelle Intimität verweigert. Die ständige Ablehnung deinerseits geht nicht spurlos an ihm vorüber. Er ist auch ein Mensch mit starken Gefühlen und gerade die intime Gemeinschaft im Bett gibt ihm das Gefühl von Angenommensein und Geborgenheit. Das ist ein menschliches Bedürfnis. So wie du möchtest, dass er sich Zeit nimmt, um dir zuzuhören, so braucht er die Zeit mit dir im Schlafzimmer. Natürlich bestätigen die Ausnahmen die Regel. Es ist nicht immer so, aber eben doch sehr oft.
In Liebe und Wahrheit ansprechen
Du weißt nun, daß dein Partner der Pornografiesucht verfallen ist. Vielleicht hast du es aus Zufall entdeckt. Es ist wichtig, daß du darüber nicht einfach schweigst. Wenn der Moment richtig ist, such das Gespräch mit deinem Mann. Frag ihn, wie es dazu gekommen ist, daß er angefangen hat, seine Befriedigung in der Pornografie zu suchen. Schau weg von deinem eigenen Schmerz und interessiere dich dafür, was ihn in diese Sucht hineingetrieben hat. Gib ihm die Möglichkeit, zu erklären, was er fühlt.
Das ist aber dann noch nicht das Ende. Es muss nach Lösungen gesucht werden.
Hilfe suchen
Niemand muss diesen Weg alleine gehen. Ermutige deinen Mann, Unterstützung zu suchen – bei einem Seelsorger, einer Männergruppe oder einem Christen, dem er vertraut.
Und auch du brauchst jemanden, der dich begleitet: eine Freundin, mit der du ehrlich über alles reden kannst und mit der du auch gemeinsam beten kannst oder eine Seelsorgerin, die dir hilft, deine Gefühle zu sortieren.
Gemeinsam ist der Weg zur Heilung leichter.
Intimität und Vertrauen wieder neu aufbauen
Pornografie zerstört echte Intimität, weil sie Liebe durch egoistische, rohe Lust ersetzt. Wie bei jeder anderen Sucht, ist der Prozess des frei Werden ein mühsamer Weg, der von der Gnade Gottes geführt werden darf.
Heilung bedeutet, langsam wieder Vertrauen und Zärtlichkeit wachsen zu lassen. Manchmal fängt das ganz einfach an: ein ehrliches Gespräch, ein Gebet zusammen, kleine Zeichen der Zuneigung.
Die Veränderung muss zuerst im Herzen geschehen. Und dabei geht es nicht ohne eine echte Suche nach Gott. Denn nur Er allein kann die innere Leere und das Verlangen nach Liebe stillen, das in jedem Menschen vorhanden ist.
Zum Schluss noch etwas aus der eigenen Erfahrung
Es ist nun schon 20 Jahre her, wo wir in unserer Not nach innerlicher Freiheit und mehr Erfüllung mit dem Heiligen Geist anfingen, nach Gottes Liebe zu suchen. Wir waren uns bewusst, dass wir zwar Gott gehorsam folgten, aber dass wir in einigen Bereichen unseres Lebens einfach keinen geistlichen Sieg erringen konnten.
Wir begegneten bei einer Reise einem amerikanischen Ehepaar, das uns sagte, daß wir noch Gottes Liebe begreifen müssten. Seine Liebe zu uns und unsere zu Ihm. Wie sehr lieben wir Ihn? Das war für uns ziemlich abstrakt. Gott lieben. Hm, wie macht man das? Wir wussten, wie man Ihm gehorsam ist, aber Ihn lieben? Ich kann doch nur meinen Nächsten lieben. Die Person, die ich sehe. Aber einen Gott lieben? Gott ehren, Ihn fürchten. Ja, das kannten wir. Aber Ihn lieben, wie einen Vater oder Freund?
Unseren Weg in die Freiheit und raus aus der Religiösität ist noch ein Blogpost für sich allein. Aber ich kann dir schon mal sagen, was Jesus in Matthäus Kapitel 7, ab Vers 7 sagt: “Bittet, und es wird euch gegeben; sucht, und ihr werdet finden; klopft an und es wird euch geöffnet….” Jesus will uns füllen mit einer unbeschreiblich großen Liebe für Ihn. Aber wir müssen dazu Zeit mit Ihm alleine verbringen und Ihn kennenlernen, wie Er ist und wer du für Ihn bist. Erst wenn wir seine Liebe wirklich begriffen haben und daß Er sich nichts sehnlicher wünscht, als eine persönliche Beziehung zu uns, dann erst geht es nicht mehr darum, ob das, was ich tue, falsch ist oder richtig. Dann geht es nur noch darum, wie ich Gott mehr gefallen kann, weil ich Ihn so sehr liebe. Mein Herz wird ganz warm, wenn ich von Jesu Liebe zu mir spreche. Er liebt dich und mich auf eine Weise, dass man den Eindruck bekommt, jeder von uns habe einen einzigartigen Platz in seinem Herzen – und genau so ist es auch. So einzigartig, wie Gott uns geschaffen hat, so einzigartig ist auch die Beziehung, die Jesus mit dir haben möchte.
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