Was versteht man unter „Die Lust entfachen“?

Heute möchte ich über “Das Vorspiel” reden. Falls jemand die Begriffe der Sexualität nicht kennt, dann erkläre ich das hier einmal kurz: Die Zärtlichkeiten, die man vor dem Geschlechtsverkehr hat, das nennt man „Vorspiel“.

Aber in Wirklichkeit fängt das Vorspiel doch schon viel eher an als erst kurz vor dem Geschlechtsverkehr, nicht wahr?

  • Wenn der Mann schon am Morgen sagt, dass er sich auf eine gemeinsame Zeit zu zweit am Abend freut, dann darf ich mich schon gedanklich vorbereiten. Denn wenn ich es nicht mache, dann kann es sein, dass ich meinen Abend schon mit anderen Aktivitäten vollgeplant habe wie z. B. den Film, den ich schon lange mal schauen wollte, Arbeit am Computer, Küche aufräumen, noch schnell was backen, usw.
  • Wenn der Mann von der Arbeit nach Hause kommt und sich Zeit nimmt, um mir zuzuhören, wenn ich ihm von meinem Tag erzähle. Das ist auf eine Art auch „Zärtlichkeit“ für uns Frauen. Oder vielleicht umgekehrt. Dann gehört das ebenfalls schon zum Vorspiel, denn dann sind meine Gedanken hoffentlich während der intimen Zeit mit meinem Mann nicht mehr nur bei den Kindern oder bei anderen Dingen, die mich gerade beschäftigen.
  • Wenn er mir mit den Kindern hilft, wenn diese fürs Bett fertiggemacht werden müssen. Auch dies kann dazu führen, dass ich mich geliebt fühle.
  • Oder wenn er im Haushalt mithilft am Abend (oder am Morgen) und ich dadurch eher zur Ruhe komme.
  • Und bestimmt könntest du die Liste noch spezifischer fortführen, aber das überlasse ich dir. Du kannst ja mal mit deinem Mann darüber reden, was dir hilft, damit du nachher im Bett entspannter bist.

Die gemeinsame Zeit im Schlafzimmer vorplanen

Wir Frauen, oder sagen wir mal, viele von uns, brauchen mindestens 20–30 Minuten sexuelles Vorspiel mit unserem Geliebten, bis wir so richtig „mitgerissen“ werden in die sexuelle Leidenschaft. Daher ist es gut, wenn man diese Verabredungen plant. Denn wenn man nach einem langen Abend noch eine romantische Zeit im Bett verbringen will, dann fehlt meistens bei einem oder sogar bei beiden die Energie dazu.

Daher will ich dich ermutigen, die gemeinsame Zeit mit deinem Mann zu planen. Ja, das hört sich jetzt vielleicht nicht sehr romantisch an, aber du wirst sehen, dass du dir selbst einen Gefallen tust, wenn du schon am Morgen weißt, dass du abends noch eine Verabredung mit deinem Mann hast. Dann kannst du nämlich schon ab morgens deine Gedanken gezielt in die richtige Richtung lenken, dich über Mittag vielleicht noch für einen Mittagsschlaf hinlegen, damit du abends auch fit bist. Eine Dusche und frische Rasur sind auch eine gute Voraussetzung für ein schönes Vorspiel.

Das hört sich vielleicht banal an und müsste hier doch gar nicht erwähnt werden, aber ich habe in Ländern gelebt, wo man sich nach dem Sex geduscht hat und nicht vorher. Denn in einigen Kulturen ist der Geschlechtsverkehr etwas Schmutziges, und daher duscht man sich danach.

Noch etwas zum Thema Vorplanen: Deinem Mann helfen diese geplanten Verabredungen auch, damit er nicht raten muss, ob du heute vielleicht Lust auf Sex hast oder nicht. Oder umgekehrt. Da geht es dann nicht mehr um Lust und Laune, sondern um eine bewusste Entscheidung für eine intime Zeit als Ehepaar.

Als Frau kann man sich auf Intimität in der Ehe gedanklich einstellen. Es kann sein, dass man beim Betreten des Schlafzimmers noch gar keine Lust auf Sex hat. Daher ist das Vorspiel so wichtig. Wenn du die richtige Einstellung hast (also diese Zweisamkeit mit deinem Mann auch willst), wird dein Verlangen in den meisten Fällen durch das Vorspiel geweckt.

Was genau ist das Vorspiel vor dem Geschlechtsverkehr?

Das ist die Zeit, in der ihr euch gegenseitig dient. Wo ihr euch mit Streicheleinheiten verwöhnt und miteinander kuschelt. Wenn der Mann deine Brüste streichelt und du die Augen schließt und seine Berührungen genießt – und du mit den Gedanken ganz bei ihm bist.

Sich nicht nur auf das Ende fokussieren

Es ist so leicht getan, dass man das Vorspiel mit dem Ziel beginnt, möglichst schnell den Partner zu einem Orgasmus bringen zu können – oft sogar zu schnell.

Es ist wichtig, dass du als Frau vor deinem Mann zu einem Höhepunkt kommst. (Es kann natürlich auch mal passieren, dass ihr zur gleichen Zeit einen Höhepunkt habt, aber guter Sex ist nicht davon abhängig.) Für den Mann ist es schwierig, dich weiter zu verwöhnen, wenn er schon seinen Orgasmus hatte.

Daher ermutige ich dich, deinem Mann ehrlich zu erklären, was dir guttut, was dich erregt, wenn er dich streichelt oder küsst. Konzentriere dich auf dich und deine Gefühle. Sei im Bett einfach mal egoistisch. Du weißt gar nicht, wie sehr das deinen Mann erregt, wenn du so leidenschaftlich wirst. Vergiss mal alles andere um dich herum. Lass dich gehen. Du darfst die Kontrolle verlieren. Du darfst.
Das Ende kommt dann schon von selbst. :-) Aber es macht so viel mehr Spaß, wenn man die gemeinsame Zeit mit Kuscheln, Streicheln und Küssen beginnt, ohne daran denken zu müssen, wie ich oder er jetzt schnell zu einem Orgasmus kommen kann.

Mehr Abwechslung schaffen

Das Vorspiel muss nicht jedes Mal gleich sein. Wenn du bisher die passive Partnerin im Bett warst, dann entscheide dich dazu, mal etwas Abwechslung ins Sexleben zu bringen. Kauf dir sexy Unterwäsche und präsentiere dich so deinem Partner. Auch wenn die Kleider sowieso nach kurzer Zeit „vom Leib fallen“, so bleibt das Bild doch im Kopf deines Mannes. Und er wird sich am nächsten Tag noch gerne daran erinnern.

Und benutze deine Hände. Wenn du selbst deinen Mann mit deinen Händen verwöhnst, wirst du merken, wie du selbst mehr dabei bist und selbst durch deine eigenen Handlungen erregt wirst.

Zum Schluss

Hast du Fragen zu diesem Thema oder zu einem anderen Thema? Gerne kannst du mir deine Fragen schicken.

Ziel jedes Blogposts ist es, dass du Intimität in der Ehe aus christlicher Sicht besser verstehst und anfängst, in der Freiheit zu leben, die wir in unserer Partnerschaft leben dürfen. Ich schreibe nicht, weil ich so gerne über Sex rede. :-) Sondern weil mir deine und meine Ehe auf dem Herzen liegt. Lasst uns in der Freiheit wandeln – auch im Sexleben unserer Ehe.

So wie es in Prediger 9, 9 heißt:
„Genieße das Leben mit der Frau, die du liebst, solange du dein vergängliches Leben führst, das Gott dir auf dieser Welt gegeben hat. Genieße jeden flüchtigen Tag, denn das ist der Lohn für deine Mühen.“